Katholische Landjugendbewegung im Bistum Münster e. V.

Brasilien-Projekt

Eine Partnerschaft, die verbindet!

Am 27.07.2017 geht es wieder nach Brasilien!

Seit 2012 pflegt die KLJB im Bistum Münster eine Freundschaft zum Projekt der CPT, der Pastoralkommission der Bischofskonferenz in Brasilien. Dieses Projekt besteht über den Aktionskreis Pater Beda, mit welchem ein ständiger Austausch stattfindet.

Das Projekt unterstützt die Kleinbauern im Nordosten Brasiliens, Land zu erhalten, Siedlungen aufzubauen, solidarisch miteinander zu leben, und sich zu vernetzen. Bildung als Schlüssel des Projektes. Die KLJB im Bistum Münster hat beim Aufbau des Bildungszentrums der CPT mit angepackt. Hier geht es um Netzwerke, Anbaustrukturen, Wertschöpfungskreisläufe und Gesundheit. Mit dem Projekt werden ca. 1600 Kleinbauern unterstützt.

Durch die schon länger bestehende Partnerschaft und Freundschaft mit der KLJB entstand nun die Idee, eine eigene Jugendorganisation innerhalb der CPT Cajazeiras aufzubauen. Diesen Weg geht die KLJB Münster nur zu gerne mit und ist dabei.

Auch in diesem Jahr fliegen wieder zwölf Landjugendliche aus dem Bistum Münster als Repräsentanten des Verbandes für drei Wochen nach Brasilien. Im kommenden Jahr werden dann die brasilianischen Jugendlichen zum Katholikentag in Münster kommen.

Auf dieser Seite kannst du die Erfahrungen und Erlebnisse der zwölf Reisenden mitverfolgen, als wärest du Teil dieser Gruppe. Und vielleicht regt es dich auch an, einmal selbst mit nach Brasilien zu kommen, oder im nächsten Jahr den Kontakt zu suchen, wenn die Brasilianer uns besuchen. Und für alle, die schon mal mit waren, ist es eine schöne Festigung der Freundschaft.

Die Reiseroute: Sao Luis, Cajazeiras CPT, Crato Nova Vida, Recife turma do flau.

Boa viagem!!

Unsere Rückreise

Wir mussten uns heute von unseren Freunden aus Crato verabschieden und schweren Herzens die ersten Schritte zurück nach Deutschland machen. Unser Morgen begann mit einer Andacht zu Ehren von Pater Beda, welcher am 16.08.2015 verstorben ist.

Pater Beda bedeutet den Menschen in seinen Projekten sehr viel und seinen Einfluss in den Projekten kann man auch heute noch sehr deutlich spüren. Die Erinnerung und die Dankbarkeit der Menschen für Pater Bedas Unterstützung und Fürsorge sind immer noch sehr lebendig. Im Anschluss an die Andacht frühstückten wir und dann mussten wir uns auch schon auf den Weg zum Flughafen machen. Am Flughafen angekommen stellten wir fest, dass keiner der ausgeschriebenen Flüge mit unseren Flugdaten zusammenpasste. Da wir aber bereits wahre Reiseprofis waren, brachte es uns nicht aus dem Konzept. Es stellte sich zwar heraus, dass unser Flug gestrichen wurde, doch wir behielten unsere gute Laune. Wir überbrückten die Zeit bis zu unserem Ersatzflug mit einem kleinen Mittagessen in der Nähe des Flughafens. Mit 6 Stunden Verspätung machten wir uns dann endlich auf nach Recife, um dort das Projekt Turma do Flau zu besuchen. Wir wurden am Flughafen abgeholt und in das Projekt gebracht, wo uns ein farbenfroher und beeindruckender Empfang bereitet wurde. Wir gratulierten der Ordensschwester Aurieta, welche an diesem Tag Ihren 80. Geburtstag feierte. Leider war unser Aufenthalt bei Aurieta nur sehr kurz und wir mussten uns nach wenigen Stunden bereits verabschieden. Für uns ging es also zurück zum Flughafen. Wir bestiegen gegen Mitternacht unseren Langstreckenflieger nach Lissabon und nahmen nach 3 Woche wieder Kurs auf Europa. Gegen 11:30 Ortszeit landete unser Flieger in Lissabon. Dort vertrieben wir uns unsere Zeit unteranderem in Cafés, Duty Free Shops oder versuchten unseren Jet Lag zu verschlafen. Nach 4 Stunden Wartezeit stiegen wir das letzte Mal gemeinsam in den Flieger. Um 18:30 Uhr erreichten wir Frankfurt. Bevor wir in unseren ICE nach Münster stiegen, legten wir noch gemeinsam eine Pizza-Pause ein. Gut gestärkt machten wir uns also auf zum Bahnhof und stiegen in den Zug nach Münster. Der erste Abenteurer verließ uns bereits in Köln, die nächsten drei in Essen. Uns allen war anzumerken, wie sehr uns diese Reise gefallen hatte und auch wie sehr wir als Gruppe zusammen gewachsen waren während dieser 3 Wochen. Wir waren uns alle einige, dass diese 3 Wochen viel zu schnell verflogen waren. Wir als Gruppe haben viel zusammen erlebt und auch geschafft. Wir sind in diesen 3 Wochen zusammen gewachsen und auch über uns hinausgewachsen. Jeder von uns hat andere persönliche Highlights von denen er Zuhause berichten wird, denn für jeden von uns war diese Reise ein persönliches Abenteuer, aber eines werden wir wohl alle zuhause erzählen… Die Menschen und unsere Gruppe waren etwas ganz Besonderes.

Wir wollen uns noch einmal ausdrücklich bei allen unseren Lesern des Blogs bedanken. Ganz besonderer Dank gilt aber all denen, die uns während unserer Reise mit offenen Armen und einem offenen Ohr begegnet sind. Wir werden alle unsere neuen brasilianischen Freunde vermissen, denn sie haben diese Reise so einzigartig gemacht. Durch die Mühen und Ideen unserer Partner war es uns nur möglich so authentische und echte Einblicke in das Leben und den Alltag der Menschen in Brasilien zu bekommen.

Vielen Dank!

15.08.2017 & Ausblick

Nach einer langen Nacht starteten wir mit voller Motivation in den Tag, denn wir besuchten eine Badeoase. Neben Schwimmen, Plantschen und Essen holten sich viele noch einen Sonnenbrand ab.

Nachmittags begaben wir uns auf den bekannten Markt von Juazeiro do Norte, wo Havaianas, Steinschleudern, Ringe und diverse Getränke ersteigert wurden.

Nach dem Abendessen im Projekthaus „Nova Vida“ bildeten wir uns im Seminarhaus der dortigen Priester weiter fort und führten tiefe Gespräche mit den Brasilianern.

Morgen werden wir uns schon von unseren neu gewonnenen Freunden aus Crato verabschieden und besuchen tagsüber das Projekt „Turma do Flau“ in der Küstenstadt Recife, welches Kinder begleitet und unterstützt. Danach treten wir bereits unseren Heimflug Richtung Deutschland an.

Somit verlassen wir Brasilien mit einem weinenden und einem lachendem Auge! Wir bedanken uns bei allen Lesern unseres Blogs und sagen „Bis bald!“.

14.08.2017

Schnell ging die Reise weiter. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus zur Marienstatue Fatima, die in Crato auf einem Berg steht. Wir hielten ein kurzes Gebet und genossen den Ausblick.

Anschließend durften wir uns ein Gefängnis anschauen, in dem 230 Insassen leben, davon 12 Frauen. Das Besondere an dem Gefängnis ist die Kooperation mit der Agrar Universität Crato und dem Projekt Nova Vida. Dieses Projekt gibt den Insassen die Chance sich auf einen geregelten Arbeitsalltag vorzubereiten. Sie können durch ihre Arbeit in den selbst angelegten Gartenanlagen ihre Haftzeit verkürzen. 3 Tage Arbeit = 1 Tag weniger Haft. Den Nachmittag verbrachten wir in dem Projekt Nova Vida, hier werden Kinder aus dem Viertel betreut, wenn sie nicht zur Schule gehen. Die Tanzgruppe des Projektes führte uns vor dem Mittagessen eine Choreographie vor, die sie zusammen mit der Tanzlehrerin einstudiert hatte. Am Nachmittag pflanzten wir an einer Bahnstrecke Bäume, von denen wir die „Paten“ wurden. Das Projekt versucht mit verschiedensten künstlerischen Aspekten, das Viertel ein wenig zu verschönern. Dies erwies sich, aber als nicht ganz einfach, denn der Boden war sehr steinig und hart. Außerdem verschönerten wir den Außenbereich des Hauses. Zur Abkühlung gab es ein leckeres Eis serviert. Frisch gestärkt gingen einige von uns zum Soccerplatz. Dieser wurde in diesem Jahr, finanziert von der Regierung, für das Viertel gebaut. Hier spielten viele Jugendliche Fußball. Sie luden uns ein, eine Partie mit ihnen zu spielen.
Nun heißt es dann wieder frisch machen und Kräfte sammeln, denn die Brasilianer haben eine Forro-Party organisiert.

13.08.2017

Nach einer kurzen Nacht, fing der letzte Tag am CPT mit einem Morgenimpuls für uns an. Bei dem Morgenimpuls gab sich unsere große brasilianisch-deutsche Gruppe gegenseitig den Segen, für den weiteren Lebensweg.

Im Anschluss an das reichhaltige Frühstück hieß es dann Kofferpacken und Abschied nehmen. Wie sich herausstellte fiel uns auch nach nur 2 Wochen der Abschied schwerer als gedacht und die ein oder andere Träne wurde vergossen.

Für uns ging es dann zur vorletzten Station unserer Reise – nach Crato. Auch hier wurden wir mit offenen Armen und einer Poolparty empfangen. Bevor die Partystimmung abbrechen konnte ging es weiter zu einer für uns vorbereiteten Party in der Stadt. Da konnten wir unsere neu erlernten Tanzkünste unter Beweis stellen.

12.08.2017

Nachdem Frühstück in unseren Gastfamilien wurden wir alle nacheinander wieder eingesammelt und zurück zur CPT gebracht.

Es bestand sehr großer Redebedarf bei jedem von uns, denn jeder wollte seine außergewöhnlichen Geschichten, die er erlebt hatte, als erster erzählen. Anschließend fuhren wir mit den Freunden und Familien der CPT zu einem Bergcafe, wo wir gemeinsam zu Mittag aßen und den Tag in einem Pool mit exklusivem Panoramaausblick genossen konnten. Nachdem Badespaß schaffen wir in einer Pizzeria eine ordentliche Grundlage für die bevorstehende Abschiedsparty am Abend. Bei der Party sorgte ein brasilianischer Tänzer mit einer kurzen Tanzeinlage für den passenden Einstieg in eine gelungene Partynacht. Die Rock’n’Roll Band Arliquen heizte uns ordentlich ein. Dabei kamen uns verborgene Talente zum Vorschein. Michael konnte seine Hände nicht mehr vom Mikro lassen ( Zeeeeiääät) und Guido zeigte sein können am Bass.

11.08.2017

Heute fuhren wir in aller Herrgotts Frühe los, da der Bischof uns zum Frühstück eingeladen hatte. Hier wurden wir sehr freundlich begrüßt. Der Bischof erwies sich als äußerst kontaktfreudige, weltoffene und freundliche Person.

Er kam sofort mit uns ins Gespräch und zeigte reges Interesse an unserer bisherigen Reise.

Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten verabschiedeten wir uns wieder. Nun trennten sich auch unsere Wege, da jeder von uns in einer anderen Siedlungen den Tag und die Nacht verbringen wird. Diese Erfahrung war für alle einmalig und ganz besonders. Die Standards in den Familien variierten sehr. Wir hatten die Gelegenheit viele Dinge zu lernen und die Kultur noch besser kennenzulernen. Einige von uns durften in die Käseproduktion helfen oder sie schlachteten ein Huhn fürs Mittagessen. So ging für jeden der Tag mit eigenen Erfahrungen zu Ende und die Familien gaben sich sehr viel Mühe, in ihren zum Teil sehr kleinen Häusern, noch einen gemütlichen Schlafplatz für jeden von uns zu finden.

10.08.2017

Am Morgen waren wie wieder fleißig und haben die letzten Arbeiten für die Deckenkonstruktion vollbracht.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause empfingen wir den Bürgermeister und sein Gefolge. Außerdem kamen noch einzelne Personen aus den Siedlungen zu der Diskussionsrunde. Es wurde über regionalen Anbau und gesunde Ernährung gesprochen. Dazu gab Cleide eine Einführung und stellte am Ende 3 Anforderungen für die CPT:
- 3 Brunnen für 3 Siedlungen
- Bildung für die Kleinbauern
- neue Vernetzungsmöglichkeiten

Mit Einbruch der Dämmerung fuhren wir zur Christus-Statue und konnten von dort aus einen wunderschönen Ausblick über Cajazeiras genießen.
Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zu einer Universität, wo die Studenten zum Beispiel Maschinenbau, sowie Elektrizität lernen können. Wir bekamen einen Einblick in diese Fächer.

09.08.2017: Não transgênicos!

Nach einer ruhigen Nacht und einem frühen Weckruf durch Bernd ging es wieder einmal in den Kleinbus. Das Ziel war das Assentamento „Frei Dimas“ welches zu der Stadt Catolé do Rocha gehört.

Die Fahrt wurde für ein paar Nickerchen und eine ausgiebige Doppelkopfsession genutzt. Nach der Ankunft gab es für uns eine Führung über den Familienbetrieb. Dabei konnten wir uns einen Eindruck über die Wirtschaftsweise der Kleinbauern machen.Schwerpunkt ist, neben der Erzeugung von Bohnen und Mais für den Eigenbedarf, vor allem der Obstanbau und die Saftproduktion zum Verkauf in der Stadt. Das war das Ziel eines Projektes, welches die Frauen in der Siedlung stärken soll. Dies wird nun selbstständig fortgeführt. Die Frauen ernten die Früchte (Mango, Tamarinio, Acerola, ), verarbeiten sie in einem Entsafter und verschweißen das gewonnene Konzentrat luftdicht in Plastikbeuteln. Durch den Verkauf haben sie ein eigenes Einkommen und sind ein Stück weit unabhängig.

Nun zum eigentlichen Grund unseres Besuchs, der Untersuchungdes selbst erzeugten Maissaatgutes der Einwohner auf gentechnische Veränderung. Der CPT und den Kleinbauern ist es wichtig unabhängig von den wenigen großen Konzernen wieMonsanto, Bayer, Syngenta & Co zu sein, die überwiegend gentechnisch verändertes Saatgut auf den Markt bringen um gleichzeitig ihre Pflanzenschutzmittel vertreiben. Die Konzerne versuchen damit Abhängigkeit zu erzeugen. Das staatlich vergünstigte Saatgut, welches die Bauern in der Stadt kaufen können, stammt vor allem durch Lobbyarbeit und Korruption, von den großen Konzernen.Die Kampagne des CPT „Nãotransgênicos“ – „Keine transgenen Pflanzen“ versucht die Bauern davon abzuhalten verändertes Saatgut in der Stadt zu kaufen und sich selber zu organisieren, damit sie durch eigene, gemeinschaftliche Pflanzenzucht in den Siedlungen die Saatgutversorgung zu sichern. Dazu wird das vorhandene Saatgut auf „Verseuchung“ mit veränderten Genen untersucht. Danielle, Studentin der Agrarökologie an der Universität in Sousa, führte die Tests mit dem Saatgut durch. Dabei wird mit Teststreifen nach bestimmten Proteinen gesucht, die nur in verändertem Material vorhanden sind. Sie verglich den Test anschaulich mit einem Schwangerschaftstest. Den Bauern wurde die Methode und die Wichtigkeit verdeutlicht. Die mitgebrachten Proben aus der Stadt zeigten zwei Striche – positiv! Die eigenen Proben zeigten alle nur einen Strich – alle negativ! Darüber waren die Menschen im Dorf froh, hier kann das Projekt weitergeführt werden.

Unsere Fahrt ging nun weiter auf eine Mülldeponie, die in keiner Weise mit einer deutschen Mülldeponie zu vergleichen ist. Hier wird der Müll von einer privaten Entsorgungsgesellschaft eingesammelt und zur Deponie gebracht, da es aber keine Mülltrennung gibt, kommt auf den großen Haufen erst einmal der gesamte eingesammelte Müll. Da aber in diesem Müll auch noch Wertstoffe wie zum Beispiel Plastik und Metall sind, wird diese von Arbeitern durchsucht. Das hat aber auch zur Folge, dass der Müllberg auf einer großen Fläche verteilt wird. Früher haben diese Arbeiter auch auf der Deponie gelebt, mittlerweile lebt dort aber keiner mehr. Durch die Sortierung nach Pappe, Plastik und Metall verdienen sie ihr Geld. Der Erlös geht zu 10 % in eine gegründete Gesellschaft. Durch die Einnahmen konnte eine Halle zum Sortieren gebaut werden und ein LKW angeschafft werden, weil nur der Plastikmüll von einer Firma abgeholt wird.

Nachdem wir abends wieder in Cajazeiras angekommen waren, haben wir den Tag bei Cecilia mit einem brasilianischen und deutschen Gericht und dem einen oder anderem Kaltgetränk ausklingen lassen.

08.08.2017

Unser Morgen begann wieder mit einem leckeren Frühstück, bei dem wir uns für den Tag stärkten. Am Vormittag wurde wieder tatkräftig auf der Baustelle am CPT mitgearbeitet. Wir mischten fleißig Beton, um daraus Trennwände für die Toiletten zu gießen.

Diese wurden auf brasilianischeArt und Weise hergestellt. Die Mädchen machten eine kleine Pause und setzten sich zusammen um gemeinsam aus den Cuité vom Vortag Schalen zu fertigen. Die Cuité ist eine große runde Fucht, aus der Schalen und Teller gefertigt werden können. Bei unserem Besuch bei Lukas Familie hatten die Mädchen solche Früchte geschenkt bekommen. Nun sind wir gespannt auf unsere selbst gefertigten Teller.

Am späten Nachtmittag ging es für uns zu einer öffentlichen Stadtratsitzung . Es kamen vielen Kleinbauernaus verschieden Siedlung. Es haben einzelne Vertreter aus der CPT, Professoren, Präsidenten aus den Siedlungensowie die Ratsmitglieder gesprochen. „Padre“ Bernd durfte sich auch zu Wort melden und hat der Versammlung etwas zum Thema nachhaltige, familiäre Landwirtschaft mitgeteilt. Die Redner aus den Assentamentos versuchten den Ratsmitgliedern ihre Situationen in den einzelnen Siedlungen zu erläutern. Sie erläuterten ihre Probleme und stellten ihre Ziele und Ambitionen da. Die Redner debattierten über die verschiedenen Aspekte und Konsequenzen industrieller Landwirtschaft. Die Industrialisierung der Landwirtschaft hätte sowohl für die Menschen in der Region Paraiba als auch lokal große Konsequenzen.Die heutige Sitzung bewirkte, dass im nächsten Jahr bei den Haushaltsverhandlungen auch Gelder für die Anliegen der Landwirte eingeplant werden. Für die CPT war diese Sitzung ein Erfolg, da sie nun die Zusicherung für finanzieller Mittel des Staates haben. Als Belohnung für unser Durchhaltevermögen bei der Sitzung gab es zum Abschluss des Tages einen deftigen Hot Dog in ansprechendem Ambiente. Ein kurzer Blick in die Imbissbude entflammte eine Diskussion über die brasilianischen Hygienestandards. Es waren ein paar „Mimimi´s“ zu hören.

07.08.2017

Heute war ein besonderer Tag, denn wir hatten ein Geburtstagskind in unseren Reihen. Guido ist heute 22 geworden. Das feierten wir schon beim Frühstück mit einem deutschen und brasilianischen Ständchen. Anschließend machten wir uns auf in die Siedlung ….

Hier steht die Gesundheit im Vordergrund. Die Frauen der Siedlung beschäftigen sich mit der Krankheitsprävention durch Naturheilkunde. Viele Menschen in Brasilien sind Tablettensüchtig. Viele nehmen Tabletten gegen Depressionen und Schlafprobleme. Hier suchen sie durch Anbau von Kräutern und Pflanzen nach alternativen Heilmethoden.

Bei einem Treffen mit Frauen aus verschiedenen Siedlungen erzählten sie uns, wie sie die Naturheilkunde anwenden und wie diese funktioniert. Anschließend besichtigten wir eine neu gebaute Praxis, in der in Zukunft die Heilkunde angewandt werden soll.Bei einem Spaziergang durch die Siedlung, machten wir halt bei einer jungen Familie, die im September ihr erstes Kind erwarten. Hier wurde uns erklärt, wie die Länderverteilung bei den Kleinbauern ist. Alle Kleinbauern erhielten,bei „Einzug“ in die Siedlung, von der Regierung 15 Hektar Land. Nur ein Hektar davon liegt an einem Fluss, wo man ständig Lebensmittel anbauen kann. Die anderen 14 Hektar liegen im Hinterland und können nur während der Regenzeit bewirtschaftet werden. Vom gesamten Land muss die ganze Familie ernährt werden. Auch der junge Mann der nun seine eigene Familie gründet, wird weiterhin vom Land seines Vaters leben müssen. Hier gibt es noch keine neue Regelung, wie die Jungbauern an eigenes Land kommen können.

Nachdem wir bei einer Familie zu Mittag gegessen hatten, schauten wir uns noch weiter Grundstücke von Kleinbauern an. Mit einem Abstecher in einem kleinen Geschäft, in dem wir unteranderem Hängematten kaufen konnten, ging es weiter zur nächsten Siedlung.

In der Siedlung Joazeiro, die nach einem ständig Grünen Baum benannt ist gingen wir zu einem Stausee, an dem zur Zeit gebaut wird. Hier soll eine Verbindung zumFluss Rio Franzisco gebaut werden, um das Wasserproblem zu lösen. Anschließend schauten wir noch schnell in eine kleine Praxis. Dann ging es auch schon weiter zum nächsten Programmpunkt. Wir schauten uns eine Plantage eines Kleinbauern an. Hier wachsen unteranderem Bananenbäume, Zitronenbäume, Maniok, Maracuja und noch viel mehr. Unter dem großen Mangobaum genossen wir selbstgemachten Tee der Bauern.

Bevor es dann bei der Familie das Abendessen gab, holten einige von uns, zusammen mit den Bauern noch frischen Honig von den Bienenvölkern. Die Honigproduktion ist hier sehr erfolgreich und lohnenswert. Die Kleinbauern verkaufen den Honig in der Stadtund sogar bis hin in den nächsten Bundesstaat. Nach dem wir auch hier wieder vollzüglich gegessen hatten und den frischen Honig probiert hatten machten wir uns auf den Heimweg. In der CPT angekommen feierten wir noch ausgelassen mit frischen Caipirinha Guidos Geburtstag.

06.08.2017

Nach einer sehr kurzen und kalten Nacht ging schon früh am Morgen die Sonne wieder auf. Das Frühstück wurde für uns von den Siedlungsbewohnern am Stauseeufer angerichtet.

Bis alle zum Frühstück eintrudelten, da man sich noch Gedanken ums frisch machen ohne fließend Wasser und sonstige Utensilien machen musste, überbrückten wir die Zeit mit einem Morgengesang der anderen Art. Die Brasilianer zückten ihre Bongos und Schellenringe und tanzten mit uns afrikanisch angehauchte Tänze.

Nach dem wir uns das Frühstück haben schmecken lassen, kühlten wir uns schon um 9 Uhr morgens im Stausee ab. Hier waren wir nicht allein, auch ein paar Kühe und Pferde gesellten sich am Ufer zu uns. Da es nach einer guten Stunde schon zu sonnig für unsere europäische Haut wurde und wir noch einen langen Tag vor uns hatten, machten wir uns auf zurück in die Siedlung. Hier gingen wir in verschiedene Familien, die sich schon sehr über unseren Besuch freuten. Sie stellten uns ihre Badezimmer zur Verfügung, um uns für die anstehende Taufe frisch zu machen. Da es in der Siedlung noch einige Häuser ohne fließend Wasser gibt, musste entweder der Eimer ran oder man ging in das Gemeinschaftshaus der Siedlung, in der es ausreichend Sanitäre Anlagen gab. Während wir uns fertig machten, haben die Familien für uns gekocht.

Am frühen Nachmittag fuhren wir dann wieder gemeinsam in die nächste Siedlung. Hier stand heute ein großer Feiertag an. Edivaldo, einer der jugendlichen aus der CPT, sollte heute von Pater Bernd getauft werden. In einer kleinen gemütlichen Kirche feierten wir mit seiner Familie und Freunden eine wunderschöne Tauffeier. Als Geschenk aus Deutschland brachten wir ihm eine große Taufkerze mit, die ihn noch lange an den schönen Tag erinnern wird. Im Anschluss derTauffeier, gab es noch für jeden ein Stück von der „Tauftorte“. Am Abend fuhren wir dann gemeinsam mit unseren brasilianischen Freunden in die Stadt, um einen typisch brasilianischen Tanioka, eine Manioktasche gefüllt mit verschiedensten Zutaten, zu essen.

05.08.2017

Am Vormittag trafen wir uns mit den Jugendlichen aus den Siedlungen in den Schulungsräumen der CPT. Diese hatten zuvor in einer Arbeitsgruppe über die Bedeutung der Natur in ihrem täglichen Leben gesprochen.

Als wir nach dem ersten Teil dazu kamen machten wir alle zusammenVertrauens- und Entspannungsübungen.

Nach einer Vorstellungsrunde stellt die Trainerin in einer gemeinsamen Gesprächsrundeverschiedene Fragen zu der Zusammenarbeiten in Jugendnetzwerken. Wir tauschten unsere Ideen und Erfahrungen aus.Nach dem gemeinsamen Mittagessen stellten wir die Strukturen der KLJB vor, um den Brasilianern Anregungen zu geben damit sie sich selbst ein Netzwerk aufbauen können.In Brasilien ist ehrenamtliches Engagement sowie Selbstorganisiationnicht so ausgeprägt, wie in Deutschland. Im Laufe der Gesprächsrunde stellte sich heraus, dass die Voraussetzungen für ehrenamtliche Netzwerke durch staatliche Förderungen nicht gegeben sind.

Nachdem ausführlichen Austausch machten wir uns auf den Weg in die Siedlung „Padre Cleides“ um zusammen bei Joandros Familie zu essen.In der Dunkelheit machten wir uns mit ordentlichem „Rums-Bums“auf den Weg zu unserm Nachtlager. Die Väter der Familien hatten ein Lagerfeuer für uns vorbereitet. In geselliger Runde machten wir Stockbrot und lernten typisch brasilianische Volkstänze. Zum Abschluss saßen wir gemeinsam ums Lagerfeuer und sangen brasilianische und deutsche Lieder. Dazu spielten zwei unserer brasilianischen Freunde Gitarre. Als auch die letzten müde wurden, sicherten sie sich schnell die letzten Plätze auf der großen Liegewiese unter dem Sternenhimmel.

04.08.2017: Bauleiter Bernd ruft zum Dienst

Heute hieß es früh aufstehen, denn wir besuchten einen Bauernmarkt um dort zu frühstücken. Dieser kleine aber feine Markt entstand durch eine Initiative der Kleinbauern mit Hilfe der CPT. Zur Zeit verkaufen sechs Familien dort ihre Erzeugnisse.

Vorort war von Tee über verschiedenste Früchte bis hin zur Kokosnuss alles zu finden, sodass wir gut gestärkt in den Tag starten konnten. An der CPT warteten die Landarbeiter schon auf unsere Mithilfe auf der Baustelle. Trotz des heißen Wetters packten alle tatkräftig mit an um den Bau weiter voran zu treiben. Nach getaner Arbeit gingen wir mit einer kleinen Abkühlung und natürlich einem Cerveja in den Feierabend, im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Brasilianer nahmen uns mit auf eine Party mit Livemusik.Dort legten wir eine flotte Sohle auf das brasilianische Pakett.

03.08.2017

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir mit unserem neuen Busfahrer zur einer Familie, die von der CPT unterstützt wird. Im vergangenen Jahr war die Reisegruppe der KLJB Münster bereits einmal bei der Familie zu Gast gewesen.

Im letzten Jahr lebte die Familie noch in einer Lehmhütte, die für unsere Verhältnisse die Größe eines geräumigen Kinderzimmers hat. In dieser Lehmhütte lebten die Eltern mit ihren 5 Kindern. Die CPT setzt sich dafür ein, dass die Kleinbauern Land zu gesprochen bekommen. Wenn das Land freigegeben ist können die Menschen es besiedeln. Zunächst bauen sie sich einfache Hütten aus Lehm und Stöckern. Auf Dauer nisten sich in den Mauern der Lehmhütten Käfer ein, die für die Bewohner schädlich sind. Daher bemühen sich die Kleinbauern mit Hilfe der CPT um einen Kredit von der Bank. Diese Neubauten werden durch ein Subventionsprogramm der brasilianischen Regierung gefördert. Nach Fertigstellung der Steinhäusermüssen die Lehmhütten abgerissen werden. Nach unserem Besuch bei der kleinen Familie setzten wir unsere Tour fort. In der Siedlung Floresta halfen wir den Kleinbauern Silage herzustellen. Wir lernten wie ein Silo in kompletter Hand- beziehungsweise „Fuß“-Arbeit entsteht. Mit Hilfe einer Maschine konnten die Gräser, Sträucher und der Mais gehäckselt werden. Arbeitsschutzmaßnahmen waren dort nicht unbedingt von großer Bedeutung. Das gehäckselte Gras etc. musste von uns mit Einsatz unserer Füße verdichtet werden. Nach getaner Arbeit versorgte uns die Familie mit einem ausgiebigen und vielfältigen Mittagessen. Wir lernten das Leben von Mensch und Tier im Einklang kennen. Nach unserer Mittagspause ging es für uns weiter zur Präsidentin der Siedlung. Dort wurden wir ebenfalls sehr herzlich empfangen. Die ältere Dame führte uns durch ihren Kräuter- und Gemüsegarten. Die Dame zeigte uns ihre vielen Gewächse und ließ uns einiges probieren. Wir aßen Zuckerrohr, Zitronengras, Acerola etc. und Bananen frisch von der Staude. Nach diesem actionreichen ersten Teil des Tages fuhren wir nach Angélicas I um dort bei sehr gastfreundlichen Familien zu duschen und uns frisch zu machen, denn im Anschluss ging es zu einem Gottesdienst. Der Gottesdienst war für die Bewohner der Siedlungen Zequinha, Floresta, Angélica I und Angélica II. Da es seit längerer Zeit keinen Priester mehr in ihrer Gemeinde gibt freuten sich die Bewohner sehr, dass Bernd eine Messe für uns alle hielt. Auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Abendessen bei Analiane zuhause besichtigten wir kurz die gerade fertig gestellte Kirche in ihrer Nachbarschaft. Um die Fußweg ein wenig zu verkürzen machten wir einen kurzen Abstecher in eine nahegelegene Bar. Dort tranken wir mit unseren brasilianischen Freunden ein oder zwei Cervejas bevor wir gemeinsam zu Abend aßen. Besonders gefallen hat uns allen der Nachtisch. Wir bekamen eine halbgefrorene Maracuja Mouse. Den Abend ließen wir an der CPT ausklingen.Dort war es für uns von großer Bedeutung unseren brasilianischen Freunden den Disco Fox näher zu bringen. Von ihnen lernten wir den Forró.

02.08.2017: Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein!

Durch die ruhige und erholsame Nacht konnten wir ausgeschlafen und mit „brasilianischer Pünktlichkeit“ um ungefähr 7.30 Uhr in den Tag starten.

Nach unserer Zeit bei der EMA, wo überwiegendunser Hirnschmalz gefragt war und dem vielen Reisen, waren unsere „trombosegeplagten“ Beine erleichtert endlich mal wieder etwas Auslauf zu bekommen. Denn heute ging es weiter auf der „ewigen Baustelle“, dem Gelände des CPT. Auf der sehr lebensfrohen Anlage gibt es nicht genugstille Örtchen für große Veranstaltungen. Dies wollen wir gemeinsam mit freiwilligen Maurern aus den Siedlungen ändern. Möglich ist das durch die Kollekte beim Jubiläum der KLJB Selm, den Diözesanverband der KLJB und den Aktionskreis Pater Beda. Die großzügige sanitäre Anlage bietet Bereiche für Feminino und Masculino jeweils mit Duschen und Toiletten. Nach einem Blick auf den detaillierten Bauplan, waren alle Unklarheiten beseitigt und wir konnten mit voller Motivation starten. Und so hieß es wie im letzten Jahr 7 x 7 = feiner Sand! Da letztes Jahr die Truppe so gejammert hat, wurde dieses Jahr ein Betonmischer angeschafft. ;) Natürlich nicht, so mussten wir auch dieses Jahr unsere Rückenmuskulatur unter Beweis stellen und den Speiß mit Schüppe und Hacke an mischen. Nachdem das steinige Wurftraining absolviert war, konnten einige aus der Truppe verborgene Maurerkünste hervorrufen. Dann war es auch schon Mittag und wir haben ein stärkendes und leckeres Essen bekommen, „Kraftfutter“. Siesta bis zum frühen Nachmittag. Schneller als gedacht standen die ersten Höhenmeter, sodass der Nachmittag fast so schnell verflogen ist wie die Steine. Nach dem Feierabend und dem guten Abendessen, habenwir den Abend gemütlich ausklingen lassen und haben unser Englischkünste bei zahlreichenGesprächen mit den Jugendlichen aus Brasiliengezeigt.

01.08.2017

Mit wenig Schlaf begaben wir uns auf die Reise zur CPT, Comissao Porstoral da Terra. Wir flogen von Sao Luís über Recife nach Juazeiro do Norte, um von da aus mit dem Bus in die Kleinstadt Cajazeiras zu gelangen.

Neue Leute, eine neue Umgebung und ein herzlicher Empfang warteten bereits auf uns. Was macht die CPT? Diese kirchliche Organisation berät Kleinbauern in rechtlichen, agrartechnischen und sozialen Fragen. Außerdem lernten wir uns in der gemeinsamen Runde weiter kennen und vertieften unseren Erfahrungsaustausch am Abend.

P.S.: Der Spaßfaktor kommt bei uns natürlich auch nicht zu kurz: Schnipp, Schnapp, Haare ab!
Siehe Bilder

31.07.2017

Heute stand das Treffen mit dem Leiter der staatlichen Behörde INCRA im Bundesstaat Maranhao auf dem Programm. Im Vordergrund stand das Theaterstück und dessen Vermarktung.

Dieser kulturelle Aspekt stärkt vor allem das stark gesunkene Selcbstbewusstsein der ländlichen Bevölkerung. Außerdem trugen wir unsere Aspekte zur Tierhaltung, Umwelt, Lebensmittelproduktion und Kultur vor. Die Verantwortlichen zeigten sich beeindruckt und nahmen unsere Vorschläge neugierig auf.

Nach dem Gespräch hatten wir Freizeit, die wir am Strand genossen und mit einer selbst organisierten Party unter uns am Meer beendeten.

30.07.2017

Unser Tag begann mit einem Rückblick auf das gestrige Theaterstück mit dem Titel „Forca de Babacu“. Babacu gilt als Mutter aller Bäume und strahlt somit eine gewaltige Lebensenergie aus, vor allem im ländlichen Raum.

Die nicht ausgebildeten Schauspieler stammen alle aus den einzelnen Projekten und verkörpern somit die Verbundenheit zur Natur. Die finanziellen Mittel werden über die staatliche Behörde, INCRA genannt, zur Verfügung gestellt. Welchen Nutzen hat dieser kulturelle Aspekt in Bezug auf Tierhaltung , Kultur, Lebensmittelproduktion und Umwelt? Mit diesen Fragen beschäftigten wir uns in schulischer Gruppenarbeit, um unsere Eindrücke, Erkenntnisse und Erfahrungen chronologisch zu ordnen.

Mit diesen Ergebnissen im Kopf begaben wir uns auf den Weg nach Sao Luís, um diese Ergebnisse der INCRA vorzustellen. Auf dem Weg besichtigten wir noch ein typisches kleinstädtisches Krankenhaus. In Sao Luís angekommen, ließen wir den Abend in einer Strandbar mit Livemusik ausklingen.

29.07.2017

Nachdem wir alle solange schlafen konnten, wie wir wollten, starteten wir mit einem sehr gesunden Frühstück in den Tag.

Anschließend stellte uns die Vorsitzende Maria ihre gemeinnützige Organisation EMA vor und gab uns einen Überblick über die laufenden Projekte. Die besuchte Siedlung profitierte von der Agrarreform, da Grundbesitz auf die Kleinbauern umverteilt wurde. Die Organisation EMA plant und betreut die Projekte zur Verbesserung der Produktions- und Lebensbedingungen. In Kooperation mit den Kleinbauern werten sie ihre Ergebnisse wissenschaftlich aus und geben wichtige Erkenntnisse an die Agrarreformbehörde INCRA und weitere Projektsiedlungen weiter. Uns wird hier deutlich, welche Bedeutung die soziale Situation für die Entwicklung der Landwirte hat. Die soziale Stellung und das Selbstwertgefühl der Kleinbauern ist sehr gering, sodass sie den Wert ihrer Erzeugnisse nicht zu schätzen wissen und somit nicht erfolgreich vermarkten. Durch das erfolgreiche Wirtschaften mit Hilfe der EMA entdecken sie den Wert ihrer Erzeugnisse und somit steigert sich ihr Selbstwertgefühl. Nach unserer Mittagspause fuhren wir zu einer der zwei Niederlassungen der EMA, besichtigten dort einen Ziegenstall und als Höhepunkt das Theaterprojekt der EMA. Besonders beeindruckend war der Enthusiasmus und die Freude der dort schauspielernden Kleinbauern. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit unseren neuen Freunden ließen wir den Abend in einer typischen brasilianischen Bar mit Tanz und Billard ausklingen.

28.07.2017: #Adventuretime

Wir wurden heute Mittag herzlichst von Maria Detat und ihrem Team an unsere erste Unterkunft mit einem typischen Brasilianischen Frühstück empfangen. Nach der kurzen Pause machten wir uns auf den Weg zum „Vorgarten“ des Amazonas.

Um eine Siedlung der Agrarreform zu besuchen. Um diese zu erreichen wurden wir alle hinten auf der Ladefläche eines Pick-Ups mitgenommen. Von da aus setzten wir mit einerkleinen Nussschale über. In der Siedlung durften wir zusehen wie aus Maniok- Wurzeln Mehl hergestellt wird. Anschließend besichtigten wir ein Feld mit Sabia- Bäumen, die als nachhaltige Alternative zu reinen Palmenfeldern dienen. Die Sabiabäumen sind schnell wachsende Harthölzer, die die Bodenqualität verbessern. Durch den Anbau der Sabia-Bäume in Kombination mit Trockenreisanbau könne die Erträge, im Vergleich zum hier üblichen Anbauverfahren, verdreifacht werden. Zudem werden aus den Sabia-Bäumen Zaunpfähle und Pellets hergestellt. Danach wurden uns die eigenen Bienenvölker gezeigt, der gewonnene Honig wird in der Stadt verkauft. Ebenso gibt es einen Nass-Reisanbau mit Fischen in Aquakultur. Der Reis und die Fischen „ernähren“ sich gegenseitig. In der gesamten Siedlung konnten wir uns davon überzeugen, wie Mensch und Tier auf ehemaligen Brachflächen in Harmonie zusammenleben. Diesen ereignisreichen Tag begießen wir in gemütlicher Runde mit dem einen oder anderen CERVEJA!

27.07.2017: Etappenerreichung?!

So, nach 43 Stunden sind wir nun auch am Ziel. Fast am Ziel… Am Mittwoch sind wir um 21:30 Uhr in die Reise gestartet. Als erstes Fortbewegungsmittel wählten wir den IC nach Frankfurt.

Dann war es auch schon Donnerstagmorgen, als wir den Fuß in den Flieger in den Flieger Richtung Brasilien setzten. Das erste Etappenziel war dann Lissabon. Von dort ging es am frühen Nachmittag in den Langstreckenflieger nach Belem (Brasilien). Wartezeitenzwischen den Flügen versüßten wir uns mit zum Beispiel spannenden Runden Doppelkopf oder Uno. Da wurde derKoffer auch schon einmal zum Spielfeld. Nach einem 8 stündigen Flug mit reichhaltiger Verpflegung, die Hauptsächlich aus Konservierungsstoffen bestand, sind wir am Donnerstagnachmittag gegen 16:00 Uhr Ortszeit (-5 Stunden) sicher gelandet. Voller Vorfreude das letzte Etappenziel zu erreichen,stiegen wir um 20:00 Uhr in den Flieger nachSao Louis. Dies war aber leider nur ein kurzer Aufenthalt. Nach geschlagenen 2 Minuten wurde das komplette Flugzeug wegen eines technischen Defekts wieder geräumt.Nach geschlagenen 2 Stunden Ungewissheit wurden wir von 2 durchaus typischen Brasilianischen Taxifahrern in ein für uns sehr vornehmes Hotel gebracht.Weder Koffer noch Türen mussten wir selber schleppen bzw. öffnen.Nach einer Stärkung, Dusche und einem Nickerchen konnten wir um 4:00 Uhr unsere Reise endlich ohne lange Wartezeiten und Probleme fortführten. Nun ist es Freitag der 28.Juli, 5:00 Ortszeit in Sao Louis und das Warten hat doch kein Ende. Wir sind gespannt, wie es weiter geht…

Ansprechpartner für diesen Beitrag

Bernd Hante

KLJB-Diözesanpräses

Telefon: 0251-5391315
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Stellungnahme

Diözesanvorstand und Regionalvorstand Münsterland veröffentlichen Stellungnahme zur Berichterstattung über Christina Schulze Föcking.

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